DonnyDonowitz hat geschrieben:Im deutschen Film muss immer alles einen Grund haben. Nichts passiert grundlos und auf gar keinen Fall darf etwas aus reiner Unterhaltung passieren das die soooo wichtige Story nicht weiterbringt. Das ist leider trauriger Fakt. Deshalb mag ich das deutsche Kino bzw. den deutschen Film ansich nicht. Donny
Gerade im Deutschen "Art House Film" gibt es genug Beispiele für eigenwillige Filme, die keinen standartisierten Konzepten folgen, wie zum Beispiel die Filme von Christian Petzold.
DonnyDonowitz hat geschrieben:Und das diese Art von Film oder Drehbuch in DE keinen oder nur wenig Anklang findet habe ich aufgrund der Reaktionen zu meiner geposteten Dialogszene selbst erfahren.
Donny
Tarrantinos "inglorious bastards" hat in Deutschland immerhin fast 8 Millionen Euro Förderung erhalten. Wenn man sich mal die Mühe macht intensiver mir dem "Deutschen Film" zu beschäftigen, abseits von "Keinohrhasen" und "Baader Mainhof Komplex", dann findet man so unterschiedliche und eigenwillige Filme, von denen die meisten auch eine Finanzierung gefunden haben, wenn auch zuweilen kein Publikum. Ich empfehle jedem jungen Filmemache die HoferFilmtage zu besuchen. Wohl das beste Filmfestival unserer Republik, mit einer sehr geilen Filmauswahl und nebenbei kann man ganz unkompliziert mit Redakteuren, Produzenten und Verleihern ins Gespräch kommen.
DonnyDonowitz hat geschrieben:Bevor mir jemand schreibt ob er durch meine Zeilen unterhalten wurde oder nicht, bekomme ich die Standardantwort: Der Dialog ist zu lang. Donny
Wenn du diese Antwort von deinem "Publikum" bekommts, dann wurde dein Publikum wohl nicht gut genug unterhalten. Die Kritik nur auf den Geschmack zu schieben, macht deinen Dialog nicht besser. Dennoch glaube ich, es geht weniger darum, wie lang oder kurz dein Dialog ist, sondern vielmehr darum wie gut er ist. Ein origineller und erquickender Dialog wird nicht langweilig, auch nicht auf 30 Seiten. Siehe die Tennessee Williams Dialoge alá "Who´s affraid of Virginia Wulf". Da hast du 30 Seiten Dialog voller Charaker, Witz und Konflikt. Dein Dialog ist OK, aber ihm fehlt sicherlich noch eine gehörige Portion Eigensinn, um 20 Seiten lang zu tragen. Tarrantino hat diesen unverwechselbaren Eigensinn, doch Eigensinn kann man nunmal nicht kopieren. Dein Dialog zitiert zwar Tarrantino bzw. das Genre, mir fehlt dabei jedoch noch das gewissen Etwas, das unverwechselbare an den Figuren. Tarrantino hat ganz eigene und einzigartige Charaktere geschaffen und wenn diese sich unterhalten, ensteht auch ein einzigartiger Dialog. Deine Charaktere sind für mein Gefühl noch zu sehr Abziehbilder des Genre und Klischees. Wenn du weiter an deinen Charakteren arbeitest, dann werden die Figuten ihre eigene Sprache finden und mit ihr ein Dialog entstehen, der einzigartig ist und von dem man nicht genug bekommen kann, auch nach 20 Seiten nicht. Ansonsten beibt bei mit das Gefühl zurück: Ganz nette Unterhaltung, aber bei Tarrantino & Co schon besser gesehen. Und zwei Filme später habe ich den Film schon wieder vergessen. Pulp Fiction dagegen, werde ich nie vergessen,
So long Huckepack