Hallo Eva,
ein Spin-Off ist nochmal eine spezielle Sache, weil ihr wahrscheinlich auf vorhandene Figuren zurückgreift. Dafür braucht ihr am Ende dann auch die Rechte der Urheber. Am besten wäre also, dieses Spin-Off der Prod.firma anzubieten, die schon das Original produziert hat.
Deine Fragen lassen sich nicht unbedingt pauschal beantworten - das kommt ganz auf den Sendeplatz und das Genre an. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Serienkonzept zu strukturieren. Ich würde Euch empfehlen, den Schwerpunkt (USP) herauszuarbeiten. Ist es z.B. eine Sitcom müssen vor allem die Figurenbeschreibungen ausführlich und vor allem lustig sein. Auch dürfen dann gerne Dialogstellen in die Beschreibungen mitrein (typische Sprüche der Figuren usw.). Das ganze Konzept sollte lustig und salopp geschrieben sein und beim Lesen richtig Spaß machen. Auch müsst ihr beweisen, dass Euer Figurenkarussel und die Konflikt-Konstruktionen für viele Folgen reichen.
Ist es eine Daily-Soap dann sind die Figuren zwar auch wichtig, aber auch jeder Redakteur weiß, dass die Figuren in Soaps Schablonen sind. Hier wäre wichtiger, die Handungsstränge für ein paar Dutzend Folgen zu skizzieren, damit man sieht, ob ihr kreative, neue Ideen habt.
Und ist es ein Krimi- oder Medical-format, dann müsst ihr mit ausreichend Fallbeispielen beweisen, dass Euer Konstrukt für genügend Folgen ausreicht. (Oft sind Krimi-Ideen mit Sondereinheiten sehr gut, aber dann merkt man in der Entwicklung, dass das die Grundidee nicht mehr als 3 oder 4 Folgen trägt).
Eva255 hat geschrieben:Was sollte alles im Konzept stehen? Genre? Grundidee? Sonstiges und zwar...?
Ich mache es immer so:
Teaser auf 1-2 Seiten, der die Idee & das Thema kurt skizziert. Hier müssen noch keine Figuren oder Handlungen beschrieben sein, eher das Umfeld der Serie, das Hauptthema. Hier sollte im Schreibstil das Genre schon deutlich werden.
Inhalt auf 2-3 Seiten: "darum geht es in der Serie". Die Figurenkonstellation (ohne die Figuren zu ausführlich zu beschreiben) und was sie so erleben.
Figuren auf je 1 Seite: ausführliche Beschreibung der Figuren. Dieser Teil ist in vielen Konzepten der langweiliste. Hier sollte man echt originelle Einfälle haben. Dazu gehört auch, wie die Figuren zueinander stehen, was sie von einander halten, was sie dem anderen z.B. vorspielen, was ihre Konflikte sind.
Exposé 3-8 Seiten: oft ist es einfacher die Pilotfolge zu nehmen, weil dort auch viel erklärt wird. Bei Sitcoms und lustigen 45min (wie z.B Doctors Diary) wollen Sender oft, dass die Folge sofort losgeht und man eben nicht lange alle Figuren einführt.
Oft ist es aber auch von Vorteil einfach mal Folge 7 zu beschrieben, weil man bei Procedurals oder Sitcoms ja beweisen soll, wie eine Routine-Folge funktioniert.
Folgen: "und so geht es weiter." - das können 5-8 Folgen à 5 Zeilen sein, dass können aber auch 10 Folgen-Skizzen à eine Seite sein. Ich habe für eine Dramady sogar auch schon mal die Folgen 1-20 durchskizziert (jeder Handlungsstrang hatte da 2-3 Zeilen).
Eva255 hat geschrieben:
Wie genau sollte dieses Exposee aussehen? Reicht die grobe Beschreibung einer Episode oder sollte es besser so gemacht werden, dass die Szenen einzeln aufgelistet und beschrieben werden? Und nimmt man dafür eine beliebige Episode oder lieber den Pilotfilm (der allerdings doppelt so lang ist, wie eine normale Episode)
Das Exposé soll das beweisen, was man frech auf den vorherigen Seiten behauptet hat. Man benutzt ja vorher so Beschreibungen wie "...und so strauchelt die Hauptfigur von einem Fettnäpchen ins nächste und verstrickt sich mit ihren Ausreden in immer verzwickter werdende Situationen". Das liest sich gut, aber kann man die parallelen Handlungsstränge in einer Folge wirklich so kreuzen, dass sich diese Situationen ergeben? Finden sich im Exposé diese Fettnäpfchen und diese Situationen? Ob Du Dein Exposé lieber in einen Fließtext oder als kurze Step-Outline fasst, ist Geschmackssache. In Sitcoms bietet es sich manchmal an, eine Gliederung in die klassischen dramaturgischen Sitcom-Steps (Shit-Point, Deep-Shit-Point, etc.) zu unterteilen. In Dramas und Dramadies finde ich Fließtext besser.
Eva255 hat geschrieben:
Wie sieht es mit Dialogskizzen aus? Sollte man welche dazulegen und wenn ja, wie viele?
Dialoge-Schnipsel benutze ich eigentlich nur zur Untermalung und Auflockerung eines Konzeptes. Dann schreibt man sowas wie: "...und so kann es schon mal passieren, dass unsere naive Hauptfigur sich mit den schrägsten Ausreden aus dem Schlamassel retten muss" - an dieser Stelle würde ich dann eine typische Ausrede als Dialogsatz reinschreiben - wenn mir denn eine wirklich witzige und originelle einfällt.
Am besten funktioniert das aber, wenn man zwei der Hauptfiguren aufeinander treffen lässt und ein typischen Schlagabtausch zum besten gibt.
Eva255 hat geschrieben:
Danke schon mal im Voraus für konstruktive Hilfe...
Grüßle, Eva
Gerne, viel Erfolg!