von Dr Slag PhD » Do Jul 22, 2010 13:54
Als Übung sicherlich eine gute Sache. Technisch sauber und alles auch ganz gut strukturiert. Ich hätte die Protagonisten noch identifiziert; z.B. durch Bauchbinden oder durch eine kurze Vorstellung.
Ansonsten kann ich aber nicht viel zum Film sagen - er ist einfach nicht wahnsinnig interessant. Über weite Strecken fühlt er sich wie ein sehr langsamer Infofilm der Schauspielschule selbst an, vor allem, wenn die Studenten vom familiären Klima und der tollen Lage schwärmen. Viel mehr als die Schule selbst würden mich aber dann ohnehin die Personen interessieren, aber diese Momente kommen zu kurz und werden nicht ausgelotet: Zum Beispiel die Frage, was Schauspielerei eigentlich ist, worüber sich eine der Interviewpartnerinnen ganz entrüstet zeigt, der nächste esoterisch antwortet und die wiederum nächste pragmatisch. Da läge doch z.B. ein spannender Ansatz. Mich interessieren die Träume der Leute, ihre Erwartungen und ihre Hoffnungen, ihre Enttäuschungen und ihre Ideen. All das wird hier aber höchstens beiläufig betrachtet. Und umgekehrt: Wenn die Schule durch ihre Lage und ihre internatsähnliche Struktur so ungewöhnlich ist, möchte ich auch wissen, inwieweit sich das auf das Lernen und die Arbeit der Gruppe auswirkt. Zwei Sätze darüber, daß man hier Eigenverantwortung lernt und daß das Zuhause nur noch der Ort ist, wo man schläft, bieten aber auch diesbezüglich einfach kaum Substanz.
Wenn ich mich frage, was ich aus dem Film mitnehme, kann ich leider nur sagen: Nette Schauspielstudenten finden ihre Schule super. Das freut mich für sie, ist mir als Zuseher aber zuwenig.
Pardon me while I have a strange interlude.